Begriffe rund um Digitalen Wertstrom, Lean Management und KI in der Produktion — Referenzwerk für Produktionsteams, Lean-Experten und IT-Entscheider.
Ein digitaler Zwilling des realen Produktionsflusses, der live aus operativen Daten erzeugt wird und Material-, Informations- und Zeitflüsse über alle Fertigungsstufen abbildet.
Ein virtuelles Abbild eines realen Objekts, Prozesses oder Systems, das sich datenbasiert mit dem Original synchronisiert und für Analyse, Simulation oder Vorhersage genutzt wird.
Die Gesamtzeit, die ein Auftrag oder Produkt vom Beginn der Bearbeitung bis zur Fertigstellung im Produktionssystem verbringt — inklusive aller Warte-, Liege- und Rüstzeiten.
Ein Engpass ist die Station mit der geringsten Kapazität in einem Wertstrom; sie bestimmt den Gesamtdurchsatz des Systems. Die Theory of Constraints ist die zugehörige Managementtheorie nach Eliyahu M. Goldratt.
Enterprise Resource Planning — eine unternehmensweite IT-Plattform, die kaufmännische und logistische Prozesse integriert: Stücklisten, Arbeitspläne, Aufträge, Bestände, Einkauf und Finanzen.
Japanisches Konzept der kontinuierlichen, schrittweisen Verbesserung — basiert auf vielen kleinen Veränderungen durch alle Mitarbeitenden statt seltener Großprojekte.
Autonome, KI-gestützte Softwarekomponenten, die Produktionsdaten überwachen, Abweichungen erkennen und proaktiv Handlungsempfehlungen oder Warnungen an Verantwortliche ausspielen.
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess — die deutsche Entsprechung von Kaizen, oft als strukturiertes betriebliches Programm zur systematischen Erfassung und Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen organisiert.
Eine Software-Kategorie, die Lean-Methodik mit KI und Datenanalytik verbindet, um kontinuierliche Verbesserung in der Produktion datenbasiert zu unterstützen.
Eine Management-Philosophie aus dem Toyota-Produktionssystem, die darauf abzielt, Verschwendung zu eliminieren, Wertschöpfung zu maximieren und kontinuierliche Verbesserung zu institutionalisieren.
Manufacturing Execution System — eine IT-Schicht zwischen ERP und Maschinenebene, die Produktionsaufträge steuert, Betriebsdaten erfasst und in Echtzeit Transparenz über den Fertigungsstatus liefert.
Overall Equipment Effectiveness — eine Kennzahl, die die Gesamtanlageneffektivität als Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität misst und damit Produktivitätsverluste sichtbar macht.
Eine systematische Übersicht aller Rüstzeiten zwischen verschiedenen Produkten oder Varianten an einer Maschine — zeigt, welche Reihenfolgen besonders zeitaufwendig oder besonders effizient sind.
Eine Lean-Führungsmethodik, die Steuerung, Problemlösung und kontinuierliche Verbesserung dort verankert, wo Wertschöpfung stattfindet — direkt am Ort der Produktion.
Die rechnerische Soll-Taktung der Produktion, errechnet als verfügbare Produktionszeit geteilt durch die Kundennachfrage in derselben Periode — sie gibt vor, in welchem Rhythmus produziert werden muss.
Im Lean Management jede Aktivität, die Ressourcen verbraucht, aber keinen Wert für den Kunden schafft — klassisch unterteilt in sieben Verschwendungsarten nach Taiichi Ohno.
Die Gesamtheit aller wertschöpfenden und nicht-wertschöpfenden Aktivitäten, die ein Produkt von der Rohmaterialbeschaffung bis zur Auslieferung an den Kunden durchläuft.
Die Berechnung von Was-wäre-wenn-Szenarien auf einem Digitalen Wertstrom, um Auswirkungen von Veränderungen auf Durchlaufzeit, Bestände, Engpässe und Durchsatz vor der Umsetzung sichtbar zu machen.
Work in Progress, deutsch Umlaufbestand — alle Aufträge oder Materialien, die sich aktuell im Produktionsprozess befinden, also begonnen, aber noch nicht fertiggestellt sind.
Die Zeit, die für die Fertigstellung einer Einheit an einem bestimmten Arbeitsplatz oder Prozessschritt benötigt wird — gemessen vom Start bis zum Abschluss derselben Operation an einer Einheit.